Motor: Unterschied zwischen den Versionen

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==Allgemeines==
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Luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor mit liegenden Zylindern und hängenden, über Kipphebel von einer zentralen Nockenwelle gesteuerten Ventilen. Der Motor ist im Heck des Wagens eingebaut und mit Kupplung, Getriebe und Achsantrieb zu einem Block vereinigt.
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Arbeitsweise Viertakt-Ottomotor • Bohrung 83 mm • Hub 69 mm • Gesamthubraum effektiv 1493 cm3 • nach deutscher Steuerformel 1483 cm3 • Verdichtungsverhältnis 7,2 • Leistung (DIN) 45 PS bei 3800 U/min • Größtes Drehmoment (DIN) 10,8 mkg bei 2000 U/min • Gesamtgewicht mit Kupplung und Auspuffanlage, trocken ca. 110 kg
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==Kurbelgehäuse==
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Zweiteilig, mit senkrechter Mittelteilung durch Kurbelwellen- und Nockenwellenlagerung, aus Magnesiumlegierung in Druckguß. Angegossene, außen mit Kühlrippen versehene, breite Ölwanne und Flansch zum Anschluß des Kupplungsgehäuses. Der Entlüftungsturm und der Ölkühler an der linken Gehäusehälfte angeschraubt.
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==Zylinder==
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Einzelzylinder nach Croningverfahren gegossen, aus Sondergrauguß mit Kühlrippen. Zylinder-Mittenabstand 112 mm.
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==Zylinderkopf==
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Gemeinsam für je 2 Zylinder aus Aluminiumlegierung in Kokille gegossen. Ventile hängend und 9 zur Zylinderachse geneigt. Eingeschrumpfte Ventilsitzringe aus legiertem Sinterstahl. Eingeschrumpfte Ventilführungen aus Bronze. Ein mittlerer gegabelter Auszugskanal nach vorn und nach hinten. Ventilkammerdeckel aus Stahlblech gezogen und durch Federbügel gehalten. Zylinderkopfbefestigung am Gehäuse durch lange Stiftschrauben und Muttern. Zylinderkopfdichtung gegen Zylinder durch ebene Paßflächen ohne zwischengelegte Dichtung; Zusatzdichtung durch außenliegenden Cu-Asbest-Ring. Korkdichtung 3 mm für Ventilkammerdeckel.
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==Kurbelwelle==
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Mit 4 Kröpfungen in einer Ebene geschmiedet. Lagerstellen mit induktiver Erwärmung gehärtet (Lager 2 geteilt mit Halbschalen, übrige Lager mit ungeteilten Lagerbüchsen. Lager 1 mit verbleiter Lauffläche). Lagerfixierung durch Haltestifte. Schmierung durch Bohrungen und schmale Öltaschen, aus denen das Öl durch Kurbelwellenbohrungen intermittierend zu den Hublagern gefördert wird. Längslager ist Lager 1 am Schwungrad • Lagerdurchmesser, Lager 1 bis 3: 55 mm • Lager 4: 40 mm
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Aktuelle Version vom 25. November 2010, 19:17 Uhr

Allgemeines

Luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor mit liegenden Zylindern und hängenden, über Kipphebel von einer zentralen Nockenwelle gesteuerten Ventilen. Der Motor ist im Heck des Wagens eingebaut und mit Kupplung, Getriebe und Achsantrieb zu einem Block vereinigt. Arbeitsweise Viertakt-Ottomotor • Bohrung 83 mm • Hub 69 mm • Gesamthubraum effektiv 1493 cm3 • nach deutscher Steuerformel 1483 cm3 • Verdichtungsverhältnis 7,2 • Leistung (DIN) 45 PS bei 3800 U/min • Größtes Drehmoment (DIN) 10,8 mkg bei 2000 U/min • Gesamtgewicht mit Kupplung und Auspuffanlage, trocken ca. 110 kg

Kurbelgehäuse

Zweiteilig, mit senkrechter Mittelteilung durch Kurbelwellen- und Nockenwellenlagerung, aus Magnesiumlegierung in Druckguß. Angegossene, außen mit Kühlrippen versehene, breite Ölwanne und Flansch zum Anschluß des Kupplungsgehäuses. Der Entlüftungsturm und der Ölkühler an der linken Gehäusehälfte angeschraubt.

Zylinder

Einzelzylinder nach Croningverfahren gegossen, aus Sondergrauguß mit Kühlrippen. Zylinder-Mittenabstand 112 mm.

Zylinderkopf

Gemeinsam für je 2 Zylinder aus Aluminiumlegierung in Kokille gegossen. Ventile hängend und 9 zur Zylinderachse geneigt. Eingeschrumpfte Ventilsitzringe aus legiertem Sinterstahl. Eingeschrumpfte Ventilführungen aus Bronze. Ein mittlerer gegabelter Auszugskanal nach vorn und nach hinten. Ventilkammerdeckel aus Stahlblech gezogen und durch Federbügel gehalten. Zylinderkopfbefestigung am Gehäuse durch lange Stiftschrauben und Muttern. Zylinderkopfdichtung gegen Zylinder durch ebene Paßflächen ohne zwischengelegte Dichtung; Zusatzdichtung durch außenliegenden Cu-Asbest-Ring. Korkdichtung 3 mm für Ventilkammerdeckel.

Kurbelwelle

Mit 4 Kröpfungen in einer Ebene geschmiedet. Lagerstellen mit induktiver Erwärmung gehärtet (Lager 2 geteilt mit Halbschalen, übrige Lager mit ungeteilten Lagerbüchsen. Lager 1 mit verbleiter Lauffläche). Lagerfixierung durch Haltestifte. Schmierung durch Bohrungen und schmale Öltaschen, aus denen das Öl durch Kurbelwellenbohrungen intermittierend zu den Hublagern gefördert wird. Längslager ist Lager 1 am Schwungrad • Lagerdurchmesser, Lager 1 bis 3: 55 mm • Lager 4: 40 mm

Übersichtstabelle ab 8.67

Kennbuchstabe K M P T U
Fertigung von-bis 8.67-7.73 8.67-7.73 8.67-7.73 8.67-7.73 8.67-7.73
Hubraum l 1,5 1,5 1,6 1,6 1,6
Leistung kW(PS) bei 1/min 33(45)/3800 30(40)/3800 37(50)/4000 40(54)/4000 40(54)/4000
Drehmoment Nm bei 1/min 108/2000 101/1800 106/2200 112/2200 112/2200
Bohrung mm Φ 83 83 85,5 85,5 85,5
Hub mm 69 69 69 69 69
Verdichtung 7,5 6,6 6,6 7,5 7,3
Steuerzeiten
bei 1 mm Ventilhub
Einlaß öffnet vor OT 7°30' 7°30' 7°30' 7°30' 7°30'
Einlaß schließt nach UT 37° 37° 37° 37° 37°
Auslaß öffnet vor UT 44°30' 44°30' 44°30' 44°30' 44°30'
Auslaß schließt nach OT
ROZ mind. 90 80 78 90 91
Vergaser/Einspritzung 32 PHN 32 PHN 2x32 PDSIT 2x32 PDSIT D-Jetronic
Zündfolge 1-4-3-2 1-4-3-2 1-4-3-2 1-4-3-2 1-4-3-2
Motor ist besonders
abgestimmt auf:
Länder mit
geringoktanigem
Kraftstoff (M240)
Länder mit
geringoktanigem
Kraftstoff (M240)

Wartung

Stand: August 1981

Motoröl wechseln

  • Füllmengen
2,5 l
  • Anzugsdrehmomente
Ölablaßschraube 35 Nm
Hutmuttern 8 Nm
  • Motorölspezifikation
...

Öldruck

  • Mindestöldruck 2,0 bar Überdruck
Motoröltemperatur ca. 70° C
Motordrehzahl ca. 2500/min.
  • Öldruckschalter öffnet bei
0,15...0,45 bar Überdruck

Ventilspiel

Motor kalt (Umgebungstemperatur)

Einlaß 0,15 mm
Auslaß 0,15 mm

Leerlaufdrehzahl;CO-Anteil im Abgas

(Einstellwert)

Motor Drehzahl 1/min CO Vol. %
Vergaser Schaltgetriebe 850± 50 3± 1
Vergaser autom. Getriebe 950± 50 3± 1
Einspritzer Schaltgetriebe 850± 50 -
Einspritzer autom. Getriebe 950± 50 -

Schließwinkel

Einstellmaß: 47± 3° (53± 3%)
Verschleißmaß: 42...58° (47...64%)

Zündzeitpunkt

http://typ3.de/index.php?page=zundzeitpunkt

Zündkerzen

-> Zündkerzen

Kompressionsdruck

Keilriemenspannung

Kupplingspiel

Ausbau

  1. Handbremse anziehen. Massekabel an der Batterie abklemmen.
  2. Ölbadluftfilter abbauen.
  3. Kabel an Lichtmaschine, Zündspule, Öldruckschalter sowie den Vergasern abklemmen.
  4. Vergaserzug am Zwischenstück bzw. Dreiarmhebel lösen.
  5. Schlauchbinder am Faltenbalg und Kühlluftansauggehäuse öffnen. Faltenbalg abnehmen.
  6. Ölmessstab herausnehmen. Gummimanschette zwischen Öleinfüllstutzen und Karosserie abziehen.
  7. Hintere Motorlagerung an der hinteren Abschlusswand des Motorraums abschrauben.
  8. Wagen anheben, Querbock unterstellen und wieder ablassen.
  9. Heizschläuche zwischen Motor und Heizluft-Mischgehäuse abziehen.
  10. Heizklappenzüge abklemmen.
  11. Kraftstoffschlauch links vor dem vorderen Motorabdeckblech abschieben. Starre Leitung mit Stopfen verschließen. Die beiden Muttern der unteren Motorbefestigung abschrauben.
  12. Vergaservorwärmungsschlauch am Motor und Regelkasten abziehen.
  13. Kabel von Anlasserklemmen (Sechskantmuttern) abnehmen.
  14. Wagenheber unterschieben und anheben, bis der Aufsatz VW 612/1 am Motor anliegt.
  15. Die zwei oberen Motorbefestigungen lösen. Schraubenköpfe halten und Muttern durch zweiten Monteur abschrauben.
  16. Wagenheber andrücken. Motor nach hinten ziehen, bis sich die Ausrückplatte des Getriebes löst. Dabei darauf achten, dass die Anrückplatte und die Antriebswelle nicht verkantet werden, da sonst die Getriebeantriebswelle verbogen oder die Kupplungsscheibe und die Ausrückplatte beschädigt werden kann.
  17. Wagenheber ablassen und den Motor nach hinten ausfahren.

Motornummern

Nachweise